IGEK Stadt Allstedt – Lokaler Brückenschlag 2020
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Allstedt, im Zusammenhang mit der Aufstellung des Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzeptes (IGEK) für die Stadt Allstedt wurde in den vergangenen Wochen eine
Fragebogenaktion durchgeführt. Über das Amtsblatt erhielten alle Haushalte einen Fragebogen, zusätzlich bestand die Möglichkeit, sich über die Homepage der Stadt Allstedt oder direkt im Bauamt Vordrucke zu beschaffen. In öffentlichen Bürgerversammlungen in den einzelnen Ortschaften wurde darüber hinaus auf diese Möglichkeit der aktiven Beteiligung an der Konzepterarbeitung hingewiesen. Insgesamt wurden 102 ausgefüllte Fragebögen abgegeben. Für diese Unterstützung von Ihnen bedanken wir uns herzlich!
Nachfolgend möchten wir Ihnen eine Zusammenfassung der Befragungsergebnisse geben. Die ausführliche Auswertung kann auf der Homepage der Stadt Allstedt unter der Rubrik „aktuelles - IGEK“ sowie im Bauamt der Stadt Allstedt, Forststraße 9, 06542 Allstedt eingesehen werden.
 Auf die Frage, ob Sie gern in Allstedt oder einer zu Allstedt gehörenden Ortschaft wohnen, gab die Mehrzahl der Teilnehmer an, mit ihrer Wohnsituation „eher zufrieden“ zu sein. Die danach aufgeführten Maßnahmen, die Sie sich zur Verbesserung der Wohnsituation vorstellen können, sind sehr vielfältig. Sie beinhalten Maßnahmen zur Verbesserungen des Stadtbildes durch Ordnung und Sauberkeit, Pflege- und Sanierungsarbeiten der Straßen und Gebäude, dabei u. a. auch unter Beachtung der Barrierefreiheit, verkehrsorganisatorische Maßnahmen bezüglich der Parkplatzsituation sowie Geschwindigkeitsreduzierung innerhalb der Ortschaften und Verbesserung der Verkehrssituation in Bezug auf Bedienung der Orte mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Weitere Schwerpunkte sollten in der Verbesserung der Familienfreundlichkeit liegen, dabei insbesondere durch Bereitstellung von Baugrundstücken für junge Familien, Verbesserung der Versorgung mit Dienstleistungen und Waren des täglichen Bedarfs sowie Verbesserung der Verwaltungstätigkeit in Bezug auf die Bürgernähe.
 Auf die Frage, was Sie an Ihren Wohnort bindet, gab die Mehrzahl der Teilnehmer an, sich in das Gemeindeleben integriert zu fühlen. Weiterhin begründet sich die Bindung an ihren Wohnort mehrheitlich darin, hier ihren Freundeskreis bzw. ihre „Wurzeln“ zu haben. „Hier wohnt meine Familie“ und „Ich besitze hier mein Haus“ wurde überwiegend mit „stimmt genau“ beantwortet. Dagegen wurde zu der Aussage „Ich habe hier meine Arbeit“ erwartungsgemäß meistens „stimmt kaum“ angekreuzt.
 Die meisten Wohnungen der Teilnehmer sind mit Balkon/ Terrasse, Garten, sowie eigenem PKW-Stellplatz/ Garage ausgestattet. Barrierefreie Wohnungen und energetische Sanierungen sind meistens nicht vorhanden.
 Bezüglich der Grundversorgung wurden folgende Einschätzungen abgegeben:
Mit den Bereichen Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungsangebote, gastronomisch Versorgung, medizinische Versorgung, Kindereinrichtungen, Freizeit und Kultur ist die Mehrzahl der Befragten „eher unzufrieden“, mit Bildungseinrichtungen „sehr
unzufrieden“. Dagegen wurde für den Bereich Sport überwiegend „eher zufrieden“ angekreuzt.
 Familienfreundlichkeit bzw. Angebote für „Jung und Alt“ in Allstedt bzw. den Ortsteilen wurde meistens als eher nicht zufriedenstellend empfunden. Öffentliche Einrichtungen, Bildungsangebote, Gemeinschaftsflächen im Wohnumfeld werden von mehr als der Hälfte der Teilnehmer genutzt. Dabei wurden meistens die verschiedenen Sport- und Spielplätze, Dorfgemeinschaftshäuser und Vereinsräume genannt.
 Zur Verbesserung der Versorgungssituation ist es Ihnen wichtig, die Einkaufsbedingungen sowie die gastronomischen, kulturellen und Dienstleistungsangebote zu verbessern. Weiter wurde mehrfach die Notwendigkeit der
Verbesserung der hausärztlichen Versorgung genannt sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität und zur Verbesserung der Internetverfügbarkeit.
 In allen abgefragten Themenbereichen wurde Handlungsbedarf gesehen. Die Priorität sehen die meisten Teilnehmer in den Themengebieten Ausbau/ Erhaltung des Straßenund Wegenetzes, Wirtschaftsförderung, Vereinsarbeit, Freizeiteinrichtungen und Bildung, Erziehung, Familie, gefolgt von den Themengebieten bauliche Entwicklung und Ortsbild, bedarfsgerechtes Internet, Kultur, Tourismus, Brand- und Katastrophenschutz, Sport, Klimaschutz.
 Zu den o. g. Themenfeldern haben Sie vielfältige Maßnahmen aufgeführt. Ähnlich wie in den vorn genannten Äußerungen spielen auch hier Maßnahmen zur Verbesserung der Ordnung und Sauberkeit eine große Rolle. Weitere Maßnahmen sollen zur Verbesserung des Gemeindelebens bzw. des Gemeinschaftssinns sowie zu mehr Bürgernähe beitragen. Eine sehr wichtige Rolle spielt dabei die Unterstützung der Vereinsarbeit nach einheitlichen Grundsätzen als gemeinsame Plattform für Jung und Alt. Die vielfältigen Sport- und Freizeitangebote im Territorium der Einheitsgemeinde Allstedt sollen unbedingt erhalten und weiterentwickelt werden. Es wurde zum Ausdruck gebracht, dass die Wirtschaftsförderung eine wichtige Rolle für die zukunftsfähige Entwicklung der Stadt Allstedt spielt. Durch aktive Werbung sollten potentielle Gewerbeflächen zur Vermarktung geführt werden. Ein gut funktionierendes Internet ist dabei ebenso eine notwendige Voraussetzung.
Die Identität der Orts- und Landschaftsbilder ist zu erhalten, vorhandene Potenziale zu nutzen, einsturzgefährdete Gebäude sollten beseitigt und gleichzeitig Bauland für junge Familien angeboten werden. Als Maßnahmen der Landschaftspflege wird beispielsweise die Gewässerpflege und -renaturierung genannt. Weiter werden Maßnahmen zur Verbesserung der Hausarztversorgung, zur besseren Ausstattung der Feuerwehren mit notwendigen technischen Geräten und zur Ausbildung
der Feuerwehrleute genannt. Der Ausbau des Tourismus, dabei u. a. auch die bessere Ausnutzung vorhandener Potenziale, wie z. B. die Vermarktung von Burg und Schloss Allstedt, verbesserte Übernachtungs- und Gastronomieangebote usw. werden als notwendige Schritte aufgeführt. Die geschichtlichen Bezüge der Region sind in die Vermarktung einzubeziehen. Die Angebote sollten sich auf alle Altersgruppen beziehen, Eigeninitiativen sollten unterstützt werden.
Das Rad- und Wanderwegenetz sollte weiter ausgebaut und das Straßennetz inkl. Straßenbeleuchtung saniert werden. Zur Verbesserung der Mobilität sind alternative Angebote zu nutzen, dabei sollten auch die Bedingungen des Schülertransports verbessert werden.
 Von den 102 Teilnehmern an der Fragebogenaktion wohnen ca. zwei Drittel in den Ortschaften (Teilnehmer kommen aus Niederröblingen, Beyernaumburg, Liedersdorf, Einzingen, Mittelhausen, Sotterhausen, Wolferstedt, Pölsfeld, Holdenstedt, Nienstedt), ca. ein Drittel kommt aus Allstedt. Ihr Alter liegt überwiegend zwischen 41 und 60 Jahren. Das am häufigsten verwendete Verkehrsmittel für den Arbeitsweg bzw. um aus anderen Gründen den Ort zu wechseln ist das Auto (85 x genannt), gefolgt vom Fahrrad (18 x). Jeweils 13 x wurde der Bus genannt und ebenso oft die Mitfahrgelegenheit, zweimal wurde der Zug genannt.
 In den weiteren Anmerkungen am Ende des Fragebogens wurden zahlreiche Hinweise bzw. Kritiken und Ideen aufgeführt, die in die Konzepterarbeitung einfließen werden.
 In den nächsten Wochen werden wir auf der Grundlage Ihrer Anregungen einen Maßnahmenkatalog zusammenstellen, der als Bestandteil des IGEK dem Stadtrat zur weiteren Entscheidung vorgelegt wird. Selbstverständlich werden wir Sie auch darüber rechtzeitig informieren.
Wir danken allen, die sich an der Fragebogenaktion beteiligt haben

Download ausführliche Auswertung Fragebogenaktion