Ortschaften & Ortsteile

Einheitsgemeinde Allstedt

Am 1. Januar 2010 ging die Verwaltungsgemeinschaft Allstedt-Kaltenborn im Zuge der Gemeindegebietsreform des Landes Sachsen-Anhalt in die Einheitsgemeinde Stadt Allstedt über. Seither bildet die Stadt Allstedt auch das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum und trägt Mitverantwortung für die Entwicklung der Gemeinschaft und den Fortbestand der ortsprägenden Identität.

Die Einheitsgemeinde mit ihren Ortsteilen ist zahlenmäßig mit ca. aktuell 7.550 Einwohnern eine recht kleine Gemeinde an der südwestlichen Landesgrenze zu Thüringen. Die Stadt Allstedt mit ihren Ortsteilen liegt eingebettet in die malerische Landschaft der Goldenen Aue, an den Ausläufern des Südharzes und der Querfurter Platte. Diese Region ist nicht nur für ihre waldreiche Natur bekannt, sondern auch für ihre reiche Geschichte und beeindruckenden Kulturdenkmäler.


 

Allstedt

Nachweise der Besiedlung gehen bis in die Jungsteinzeit (4000-2000 v.u.Z.) zurück.

Im Mittelalter erlebte Allstedt als Kaiserpfalz eine Blütezeit. Zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert war die Stadt ein bedeutender Ort im Deutschen Reich und wurde in zahlreichen Urkunden erwähnt. Ein besonderes Kapitel der Geschichte markiert die Reformationszeit, in der Allstedt durch den Reformator Thomas Müntzer bekannt wurde. Noch bevor Martin Luther seine Reformideen verbreitete, hielt Müntzer in Allstedt Gottesdienste in deutscher Sprache ab. Seine Predigten und sein Engagement zogen tausende Bauern und Bergleute in die Stadt. Die Fürstenpredigt, die Thomas Müntzer am 13.07.1524 auf dem Schloss Allstedt hielt, ist ein bedeutendes Dokument der Reformation und des mitteldeutschen Bauernkriegs. Heute erinnert das eindrucksvolle Müntzer-Denkmal an diese prägende Persönlichkeit und ihre Rolle in der Geschichte der Stadt.

In der Weimarer Zeit besuchte Goethe die Stadt für seine Amtsgeschäfte, aber auch um die Gegend zu genießen.

Kulturell hat Allstedt viel zu bieten. Das weithin sichtbare Schloss Allstedt ist nicht nur bedeutende historische Stätte, sondern auch ein beliebtes Ziel für Besucher.

Das Schloss, dessen Wurzeln ins Mittelalter reicht, beherbergt heute ein Museum, das Einblicke in die Geschichte der Region gibt und beeindruckt mit seiner Architektur. Das Bauwerk ist ein authentisches Zeugnis vergangener Epochen.

 

 St. Wigbert 

 

Ein weiteres Highlight der Stadt ist die Wigberti-Kirche, auch bekannt als Allstedter Dom, deren beeindruckende Architektur Besucher in Staunen versetzt. Obwohl heute teilweise eine Ruine, zeugen der gut erhaltene romanische Turm aus dem 12. Jahrhundert und die verbliebenen Strukturen von ihrer historischen Bedeutung. Die ruhige Atmosphäre dieses Ortes lädt zur Besinnung ein und macht die Kirche zu einem bedeutenden Denkmal des Glaubens und der regionalen Geschichte.

Unterhalb der Burg lädt das Sommerbad mit dem idyllischen Vorwerksteich zur Erholung und Freizeitgestaltung ein – ein idealer Ort für Bewohner und Besucher, die die Natur und die Ruhe genießen möchten.

 

 

Das Wappen wurde erstmals 1524 in einer Flugschrift von Thomas Müntzer erwähnt und verbindet historische Symbole der Region. Der weiße Adler auf rotem Grund steht für die alte Pfalzgrafschaft Allstedt, während die gekreuzten roten Schwerter auf schwarz-weißem Grund aus dem kursächsischen Wappen stammen und die historische Zugehörigkeit zu Sachsen betonen. Frühe Darstellungen des Wappens zeigen es mit einer Krone in Form eines „wilden Mannes“. Die Farben Weiß und Rot, abgeleitet vom Wappen, prägen auch die Flagge der Stadt und symbolisieren die Verbindung zu ihrer reichen Geschichte.

   Wappen 

 

Beyernaumburg

Beyernaumburg ist eine ländliche Wohnsiedlung mit vorwiegend Obst- und Landwirtschaftlichen Charakter und seit 01.01.2010 durch Eingemeindung in die Stadt Allstedt, Ortsteil der Stadt Allstedt. Der erste schriftliche Nachweis über Beyernaumburg stammt aus der Zeit um 854 im Hersfelder Zehntverzeichnis aufgeführt. Anfang des 12. Jahrhunderts erhielt Graf Wichmann von Gleuss, auch der Beyer genannt, die Burg Niuuenburg zu Lehen.Daraus stammt der Überlieferung zu Folge auch der Spätere Name des Ortes Beyernaumburg.


Die Burg – bzw Schlossanlage liegt am Südwesthang des Höhenrückens der Horl und erhebt sich weithin sichtbar über den Ort. Die ausgedehnte Schlossanlage ist karolingischen Ursprungs. Sie war einst Reichsburg, die strategische Aufgaben erfüllte und diente als Schutz gegen andere eindringende Germanenstämme.

Aus dem 12. Jahrhundert erhalten geblieben sind Teile der Vorburg und der Bergfried. Die Wirtschaftsgebäude und das Torhaus wurden im 16./17. Jahrhundert neu errichtet. Das Oberschloss entstand in seiner heutigen Form im 18. Jahrhundert.


Die 300 ha große Parkanlage des Schlosses wurde 1864 von Eduard Petzold, einem Schüler Hermann von Pückler, neu gestaltet.
Die Überleitung zum umgebenden Wald arrangierte er geschickt. Ausgebaute Rad – und Wanderwege führen zu idyllischen Plätzen, Wasserläufen, Obstplantagen und Weinbergen.


Naturfreunde und Erholungssuchende kommen hier auf ihre Kosten.

Eine weitere touristische Attraktion Beyernaumburgs ist die Kirche St. Urban, die im 13. Jahrhundert südlich des Schlossanlage errichtet wurde.
Sie ist eine einschiffige Kreuzkirche.


Unter dem Chorraum befindet sich die Gruft des Geschlechts derer von der Asseburg. Bemerkenswert schön ist auch der Schnitzaltar im spätgotischen Stil. Sehenswerte Fachwerkgebäude befinden sich in der Ortsanlage.

 

Unverwechselbar für Beyernaumburg ist das Zusammenwirken der vielen Vereine, Interessengemeinschaften und der Freiwilligen Feuerwehr.
Ihre vielen Veranstaltungen rund um das Jahr verteilt zeugen von ihrer Liebe zum Heimatort. Aber auch soziale Einrichtungen und derer Bewohner sind seit Jahren im Ort und im Ortsbild integriert. So wurde das ehemalige Schloss zum Alten- und Pflegeheim. Nach der Wende entstanden in Bereich der ehemaligen Gärtnerei und von Stallanlagen zwei Wohnanlagen für Senioren mit insgesamt 100 Plätzen. Integriert in die Aktivitäten der örtlichen Vereine ist das Obst- und Weingut.  

Von Beyernaumburg aus führen sehr schöne Radwanderwege nach Klosterrode, Blankenheim und Emseloh.

Othal

Einen besonderen Reiz strahlt der kleine Ortsteil Othal, einstiges Vorwerk der Burg Beyernaumburg, aus. Er wurde im 16. Jahrhundert als Gutssiedlung gegründet. 1836 entstand dort vorrübergehend eine Ziegelei der dazugehörige Teich ist immer noch ortsbildprägend. Seither ist Othal landwirtschaftlich geprägt und wurde durch die Familie von Bülow verpachtet und nach der Bodenreform von der LPG Beyernaumburg bewirtschaftet.

Nach der Wende gründete sich 1994 der Verein „Jugend- und Schulbauernhof Othal e.V.“, der über verschiedene Fördermöglichkeiten Teile des Gutshofes sanierte und so dem denkmalgeschützten Ensemble einer neuen Nutzung zuführte. Das Schullandheim Othal wurde 1999 eröffnet und verfügt über 34 Betten und diverse Aufenthaltsräume und Spielstätten. In ihm werden die landwirtschaftlichen Traditionen jugendtouristisch vermarktet. Seit 2004 gibt es das „Bauernhaus für Kinder“ (KITA und Hort) mit einer Kapazität von 65 Plätzen.

Emseloh


Der Ortsteil ist zwischen Sangerhausen und Eisleben an der L 151 belegen. Die Ersterwähnung der Gemeinde erfolgte im Jahre 850 im Hersfelder Zehntregister.


Man nimmt an, dass der Name Emseloh an die alte Bezeichnung für Ameise = „Emse“ und Loh = „Buschwald“ erinnert und damit „ameisenreicher Buschwald“ bedeutet.

Seine frühere Geschichte wurde wesentlich vom nahe gelegenen Kloster Kaltenborn geprägt, das die Kirche gegründet und aus dessen Besitzungen das Rittergut fundiert wurde. Im Bauernkrieg wurde das Kloster zerstört. Die Überreste wurden anlässlich des Bauernkriegsgedenkens archäologisch erkundet, wobei wertvolle Fundstücke zu Tage kamen.

 

Das älteste Bauwerk ist die von 1220 bis 1225 erbaute Kirche, „Unser Lieben Frauen“. Sie ist eine sogenannte Chorturm-Kirche, d. h. der Turm steht nicht wie üblich im Westen, sondern im Osten über dem Altarraum. Der wertvolle Schnitzaltar kam vermutlich in den Jahren nach der Auflösung des Klosters (1539) in die Kirche und konnte das Mittelstück eines ehemals 14-Nothelfer-Altars sein.


Aus Teilen des einstigen Klosterbesitzes entstand das Rittergut Kaltenborn. Das Wohnhaus mit seinen umfangreichen Wirtschaftsgebäuden wurde nicht auf dem Gelände des Klosterareals errichtet, sondern unmittelbar an der Handelsstraße. Nachdem das Hauptgebäude 1754 den Flammen zum Opfer fiel, wurde es von italienischen Baumeistern neu gebaut. Die schönen Stuckornamente, die heute die Zimmerdecke schmücken, stammen aus dieser Zeit. 1945 wurde der Besitz des Rittergutes Kaltenborn enteignet und die dazugehörenden Ländereien im Zuge der Bodenreform an landlose Bauern und Umsiedler aufgeteilt.


Die Geschichte der Gaststätte „Zum Mohren“ lässt sich bis in das Jahr 1475 zurückverfolgen. Im Wappen findet man einen Mohrenkopf mit weißer Binde auf goldenen Grund.


Das Ortsbild wird durch zwei Spielplätze und wertvolle alte Bäume bereichert. Die alten Bäume im Park haben ein stattliches Alter von 120 bis 250 Jahren. Die Friedhofseiche stellt ein Symbol der Beendigung des deutsch – französischen Krieges von 1871 dar.


Charakteristisch für die Umgebung sind die sogenannten Hungerquellen, die wegen flach auslaufender Tonschichten zahlreich zutage treten. Die wasserreichen Täler um Emseloh haben schon seit dem Mittelalter den Bau vieler Mühlen veranlasst, von denen heute noch drei Wohnhäuser die Namen Untermühle, Mittelmühle und Obermühle tragen.

 

Abwechslungsreiche Wald- und Wiesengebiete bieten gute Wandermöglichkeiten. Entlang der Landstraße L151 von Emseloh nach Blankenheim verläuft ein reizvoller Wiesengrund. Der Wald im Norden birgt das romantische Tal der „Pfaffenfahrt“ auch „Affenfahrt“ genannt. Durch seine Schönheit, Verschwiegenheit und den besonderen Artenreichtum aus Tier- und Pflanzenwelt zieht es nicht nur im Sommer so manche Wanderer an, die die Urtümlichkeit der Natur zu schätzen wissen. Auf dem südwestlich des Einganges zum „Pfaffenfahrtstal“ gelegenen Berghang findet man dazu ein interessantes Biotop mit einem einmaligen Vorkommen von Backenklee.

 

Südwestlich von Emseloh bieten die bewachsenen Halden sowie die sogenannte „Pferdebahn“, beide aus der Zeit des Braunkohleabbaus stammend, ausgeprägte Lebensräume für die heimische Tierwelt.

Holdenstedt

Holdenstedt liegt an der östlichen Grenze der Einheitsgemeinde. Die erste schriftliche Erwähnung erfolge im Hersfelder Zehntregister um 899 als Holdenstedi. Anhand des Ortsnamens lassen sich heute in etwa die Gründer ermitteln. Orte, mit der Endung stedi= Wohnstätte sollen durch eingewanderte Angeln und Warnen ab Ende des 4. Jahrhunderts gegründet worden sein.

 

Ausgrabungsfunde belegen sogar, dass die Ortslage und nähere Umgebung schon zur Steinzeit besiedelt wurden.

Holdenstedt ist von alters her ein Bauerndorf, umgeben von fruchtbarem Ackerland und Berghängen, die von Obstbäumen und Wein bepflanzt waren. Im Spätmittelalter mussten die Bauern und Unfreien hohe Abgaben an die Klöster in Sittichenbach, Rode, Wimmelburg und Kaltenborn leisten.

 

Letzteres bekam in seiner Gründung um 1120 ganze 8 mansi (Hufen=Hofstellen) und einen Weinberg im Dorf  Holdenstedt übereignet.

Bereits seit dem 12. Jahrhundert unterstand Holdenstedt der Gerichtsbarkeit des Schlosses Beyernaumburg. Dorthin waren die Holdenstedter ebenfalls abgabepflichtig und mussten Frondienste leisten.

 

Im 18. Jahrhundert hatten sich im Ort viele Berufszünfte niedergelassen. So gab es neben den Bauern vor allem Zimmerleute, Tischler, Schmiede, Stellmacher, aber auch Fleischer, Krämer, Bäcker, Urmacher und sogar einen Chirurgen. Im 19. Jahrhundert etablierte sich in Holdenstedt der Braunkohlebergbau und bestimmte lange Zeit das Leben im Ort.

 

Einige gebürtige Holdenstedter erlangten in den vergangenen Jahrhunderten durch ihr Wirken Berühmtheit. Johann Michelmann war 1632 Bürgermeister der Stadt Sangerhausen und ließ die neue Arche auf dem Markt bauen.

 

Arnold Theodor Schumann war 1843 Musicus der königlichen Kapelle. Gustav Moritz Schumann war um 1857 Musiklehrer und Pianist in Berlin.

Die erste schriftliche Erwähnung der Kirche, die den Aposteln Petrus und Paulus geweiht ist, stammt aus dem Jahre 1314. der Name Peter und Paul weist darauf hin, dass die Gründung der Kirche auf Bonifatius zurück geht und sie daher schon um einiges älter sein dürfte. 1277 wird für Holdenstedt ein Priester namens Thitmarus erwähnt. Die jetzige Kirche wurde 1785/ 86 völlig neu an der Stelle der baufälligen alten errichtet. Unverändert erhalten geblieben ist nur der spätgotische Turm aus der Zeit um 1500.

 

Ein besonderer Weihnachtsbrauch war in Holdenstedt lange Jahre in Gebrauch. Bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es in jedem Haus einen sogenannten Engelsstock. Der Engelsstock war eine Art Weihnachtspyramide und erreichte im Schnitt eine Höhe von 1,5 m.

 

4 bis 5 verschieden große Reifen wurden dazu mit einem Zwischenabstand übereinander angebracht. Auf den reifen befanden sich kleine aus Holz geschnitzte Engel mit Kerzenhaltern. Die Reifen wurden mit Tannengrün umwickelt. Auch in der Kirche wurden mehrere Engelsstöcke aufgestellt. Sie waren allerdings 4-5 m hoch. Der letzte erhalten gebliebene Engelsstock kann  heute jedes Jahr zur Adventszeit bestaunt werden.

 

Unmittelbar neben der Kirche, östlich gelegen, wurde im Jahr 1608 eine Schule gebaut. Sie war eine der ersten Volksschulen und ist die älteste noch in Betrieb befindliche Schule. Heute werden dort die Kinder der 1. bis 4. Klasse aus den Orten Liedersdorf, Beyernaumburg, Othal, Sotterhausen und Holdenstedt unterrichtet.

In Holdenstedt sind im ausgehenden 20. Jahrhundert 11 Vereine und eine Interessengemeinschaft tätig und bereichern mit ihren Aktivitäten das örtliche Leben.

Zu einem richtigen Volksfest hat sich der alljährlich auf dem Plan stattfindende Pfingstburschentanz entwickelt.

 

Über ein solches Fest schrieb bereits 1666 der damalige Pastor Kundmann. Eine Besonderheit des Pfingstburschentanzes ist die Tanzfläche um die Linde. Einmalig in der Verwaltungsgemeinschaft “Kaltenborn“ und im Landkreis Sangerhausen dürfte auch das Feuerwehrmuseum sein, da 1998 seine Pforten öffnete.

 

3 Landwirtschaftsbetriebe, vom ökologischen Landbau bis hin zum großen Tierzuchtbetrieb, haben ihren Standort in Holdenstedt. Hinzu kommen zahlreiche Klein- und Mittelstandsunternehmen und Dienstleistungseinrichtungen, die für den Erhalt vieler Arbeitsplätze im Ort sorgen und zudem das Dorfbild positiv prägen.

Geh- und Wanderwege rund um den Ort sowie Ruheplätze an landschaftlich schönen Flecken bieten Erholungssuchenden ein Naturerlebnis besonderer Art.

Katharinenrieth

Die erste urkundliche Erwähnung von Katharinenrieth wird durch die Schenkung des Kaisers Friedrich „Barbarossa“ im Jahre 1184 an den Mönch Jordan, vom Kloster der Zisterzienser, als Dank für die Urbarmachung des unteren Rieds und der Helmeniederung, bekannt. Die historische Dorfform ist ein Marschhufendorf flämischen Ursprungs.

 

Seit seiner Entstehung ist diese Dorfform noch naturgerecht erhalten, ebenso die in der „Hufe“ liegenden Ländereien. Der Erhalt dieser Grundsubstanz liegt im Interesse aller Bürger der Gemeinde. Die einzige gesicherte Zufahrt zum Ort führt durch die Niederröblinger Flur über drei Helmebrücken.

 

Das kuturelle Leben des Ortes erfuhr mit der Gründung des Dorfclubs und der Blaskabelle 1960 eine rasche Entwicklung.

Am Anfang als Sammlung musikbegeisterter Jugend , entwickelte sich eine weitbekannte Blaskabelle. Förderer der Kapelle waren die Musiklehrer Gustav Kaps und Hans Beck von der Musikschule Sangerhausen.

 

Als Tanzkapelle TEAM 70 trat die Kapelle von 1969 bis 1983 auf.

Die Zufahrt und die Passage der Helmebrücke war ein Brennpunkt für die Gemeinde Katharinenrieth und seine wirtschaftliche Entwicklung. Die Zufahrtsstraße gehörte neben dem Helmebereich und Wiesenflächen der Gemeinde Niederröblingen, die Mühlinsel der Stadt Allstedt. Heute ist für die Zufahrtsstrasse der Landkreis Sangerhausen zuständig. Die Durchfahrt durch das Mühlengrundstück wurde 1994 durch eine neue Zufahrtsstraße mit dem Bau einer modernen breiten Brücke über die Helme ersetzt. Der Teil der Mühlinsel in östlicher Richtung, gegenüber der Ortslage, gehört erst seit 1991 der Gemeinde Katharinenrieth. Durch diese Eigentumsverhältnisse ist die Gemeinde nie im Besitz einer eigenen öffentlichen Zufahrtsstraße gewesen. Seit 1966 bemühte sich die Gemeinde um eine eigene neue Zufahrt zum Ort, so wie um den Neubau der stark durch Hochwasser geschädigten Brücken über die Helmearme.

 

Im Jahre 1994 wurde dieser Wunsch und das langjährige Bemühen der Gemeinde Wirklichkeit, die Zufahrtsstraße mit dem Brückenneubau konnte feierlich übergeben werden.

Mit der Einweihung der neuen Brücke und Zufahrtsstrasse wurde auch der Musikpavillon eingeweiht. Der Musikliebhaber und Lehrer Host Grull hat das Muskerdenkmal erschaffen.

 

Der Musikverein Blaskabelle „ Katharina“ wurde 1990 gegründet und ist heute eine sehr gefragte Musikformation.

Das gesamte Gebiet um die Ortslage Katharinenrieth ist von der Flussniederung geprägt und weist kaum Gefälle auf. Zur Entsorgung des Regenwassers sind Gräben und Abwasserkanäle gezogen, wie es im gesamten oberen und unteren Helmeried zu beobachten ist. Bei der Urbarmachung durch die flämischen Siedler wurde die gesamte Entwässerung nach deren Bauarten durchgeführt, damit wurde auch das Land hinter den Grundstücken, den Hufen, mit den Wohnstellen aufgeteilt. Diese Anordnung in Hufen im spitzen Winkel zum Lauf der Helme bestimmt auch heute noch die Struktur des Ortes.

Das Ortsbild wird durch Kirche St. Katharinen mit dem schlanken 36 Meter hohen Turm geprägt.

 

2020 wurde der Kirchturm saniert. Die Wetterfahne und die Kuppel mussten erneuert werden. Die Kuppel wurde im Mai 1945 als Zielscheibe US amerikanischer Infanterisoldaten benutzt ,welche auf einer naheliegenden Koppel Lager bezogen hatten. Dutzende Einschüsse haben die Kupferkuppel deformiert. Der darin aufbewahrte Glasbehälter mit den Schriftstücken wurde beschädigt.

Jetzt strahlt eine vergoldete Kuppel mit Wetterfahne und Kreuz weit über die Helmeniederung.

 

Die landwirtschaftliche Produktion bestimmte seit jeher das Leben im Ort und damit auch seinen Charakter. Seit der Gründung des Ortes hat es keine wesentlichen Veränderungen gegeben. Im Jahre 1816 gab es im Ort 220 Einwohner, heute leben hier 239 Einwohner. Die Gemeinde Katharinenrieth ist zur Zeit hauptsächlich Wohnungsstandort. Ein Teil der Bevölkerung arbeitet in Allstedt und Sangerhausen, in der Landwirtschaft,  und im Transportunternehmen. Durch starke Kiesablagerungen im Hinterfeld des Ortes wurde eine Kiesgrube für Wasserkies erschlossen . Der Kiesabbau wurde vor Jahren beendet. Auf einem Teil der Wasserfläche  soll Fischzucht betrieben werden.

Liedersdorf

Im Jahre 899 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, damals im Hersfelder Zehntverzeichnis unter dem Namen Liudoluesdorpf. Die Nennung in diesem Zehntverzeichnis bedeutete, dass die Bewohner dem Kloster Hersfeld den zehnten Teil des jährlichen Ertrages abführen mussten. Dass Liedersdorf älter ist, als der erste schriftliche Eintrag belegt, lässt der Ortsname vermuten. So sollen Orte mit den Endung dorf, hausen, stedt, furt, bach und berg zur zweiten Siedlungsperiode gehören, die kurz nach Ende der Völkerwanderung also ab dem 5. Jahrhundert begann.

 

Die Endung dorf wird als Zusammenkunft bzw. Versammlung von mehreren beisammen wohnenden Freunden, Nachbarn oder Familien/Sippen gedeutet. Die ältere Schreibweise des ersten Teiles des Ortsnamens Liedersdorf, Liudolues oder Ludolf, könnte auf das Oberhaupt eines Stammes oder einer Sippe weisen. Liedersdorf ist ein typisches Bauerndorf, umgeben von fruchtbaren Äckern. Sogenannte Freigüter gab es hier allerding nicht. Während des Spätmittelalters bis zur Neuzeit stand Liedersdorf unter der Gerichtsherrschaft des Amtes Beyernaumburg, welches die Herren des Schlosses ausübten.

 

Das Patronat über Kirche, Pfarre und Schule hingegen oblag dem Kloster Rode, ebenso hatte das Kloster Anspruch auf Pflug- und Handdienste, Lehen- und Erbzinsen aus den umfangreichen Besitzungen in Liedersdorf. Als das Kloster Rode 1539 im Zuge der Reformation aufgelöst wurde, ging dessen Vermögen an das Amt Sangerhausen. Später wurde aus Teilen des ehemaligen Klostereigentums das Rittergut Klosterrode gegründet. In diesem Zusammenhang kam das Patronat über Kirche, Pfarre und Schule an die Besitzer des Gutes, die es bis 1935/36 inne hatten. 1685 wurde ein Schulhaus errichtet. Ein weiteres folgte 1871, da durch die Etablierung des Braunkohlebergbaus die Einwohnerzahl auf fast das Doppelte anstieg und sich die Zahl der im Ort lebenden Kinder erhöhte. Mehr als 30 Häuser entstanden neu in dieser Zeit.

 

Umfangreiche Straßenbefestigungsmaßnahmen folgten. Das erste Feuerwehrgerätehaus von dreien entstand 1873. Im vorigen Jh. kamen zwei weitere hinzu, das letzte 1999. Ein besonders schöner Platz wurde am Hechlerbrunnen und am alten Spritzenhaus geschaffen. Im Ort entstanden weiträumige Grünanlagen. Den Mittelpunkt des Dorfes bildet die Kirche St. Cyriacus. Wann diese gebaut wurde, ist nicht bekannt. Erstmals erwähnt wurde sie 1496 in Zusammenhang mit einer Geldleihe von 200 Gulden an den Rat von Frankenhausen.

 

Das erste Orgelspiel erhielt die Kirche 1705, das zweite 1880. 1876 wurden bei Arbeiten an der nördlichen Empore Bilder mit der Darstellung von Salomo und dem Propheten entdeckt. Diese stammen aus dem 18. Jh. Ähnliche Bilder sind im Naumburger Dom zu sehen.

Geselliges Zusammensein der Einwohner ist nicht nur die Kernbedeutung des Wortes Dorf, wie eingangs dargelegt. In Liedersdorf wird es auch tagtäglich praktiziert.

Waren es bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts der Männergesangsverein, der Kriegerverein, die Burschenvereine und der Mädchenverein, die mit ihren Aktivitäten den Lebensrhythmus im Ort nachhaltig bestimmten, so sind es heute der Dorfclub eV, die Freiwillige Feuerwehr, die AWO und die 13 Gewerbetreibenden, die mit ihrem Engagement das Wohnen in Liedersdorf angenehm gestalten.

 

Die Umgebung ist weiterhin landwirtschaftlich geprägt mit Obst- und Ackerbau. Auch eine Baumschule macht unseren kleinen Ort weit über die Ortsgrenze hinaus bekannt.

Große und kleine Feste zu jeder Jahreszeit sind zum Markenzeichen der Gemeinde geworden. Ein anderes Merkmal des guten Miteinanders ist die Nachbarschaftshilfe, die hier sehr ausgeprägt ist.

 

Die Mischung aus weitläufigem Hügelland und Wald am Rand der Goldenen Aue lädt zum Wandern und Radfahren ein.

Das alles trägt sicher dazu bei, dass sich viele junge Familien hier niederlassen.

Für Interessierte haben wir einen Informationskanal erstellt, welcher unter folgendem Link eingesehen bzw. abonniert werden kann: https://whatsapp.com/channel/0029VajcHvWFsn0Ww0JPtx3f

 

Mittelhausen

Mittelhausen wurde um 991 erstmals urkundlich erwähnt durch König Otto II. unter dem Namen Midelhusa im Hersfelder Zehntverzeichnis unter lfd. Nr. 26 zu finden.

Die Rohne schlängelt sich südlich der beiden Orte Mittelhausen und Einsdorf in Richtung Allstedt.

Bis in die 90er Jahre unseres Jahrhunderts waren die Gemeinden von der landwirtschaftlichen Erwerbsstruktur geprägt.
1952 gründeten 14 Einzelbauern mit 66 ha die erste LPG.


1960 wurden dann auch die letzten Bauern, die bis dahin noch selbständig waren, hineingezwungen. Mit Zusammenbruch der DDR liquidierte man 1991 auch die LPG und damit verbunden die Arbeitsplätze der zum größten Teil weiblichen Beschäftigten. Von 1369 – 1496 gehörte Mittelhausen zur Edelherrschaft Querfurt, unter deren Regierung die Kirche 1402 neu erbaut worden ist. Gleichzeitig damit verbunden war die Begründung der eigenen Mittelhäuser Pfarrstelle. Bis 1575 blieb das Amt verschiedenen Herren als Pfand, bis es durch die hohen Schulden des Mansfelders an die Grafen von Stolberg versetzt wurde.


1575 bis 1603 gehörte Mittelhausen zur Hälfte Sachsen-Altenburg, zur anderen Hälfte zu Coburg. 1603 kam es ganz zu Sachsen-Altenburg, deren Herzöge 1672 ausstarben. 1672 – 1691 gehörte Mittelhausen zum Fürstentum Sachsen-Jena, was verheerende Folgen hatte. Im Jahre 1680/81 als die große Pestzeit das Land verwüstete, gerade da hatte man eine so schwache und wirtschaftlich völlig hilflose Regierung. Ausgerechnet wo ein starker Wirtschaftspartner gebraucht wurde, gehörte Mittelhausen zum fast kleinsten sächsischen Fürstentum. 1691 – 1741 kam Mittelhausen dann an Sachsen-Eisenach und 1741 an Weimar. Die Herrschaft Weimars dauerte bis 1918 zur Abdankung der Fürsten bzw. 1920 mit der Entstehung des Landes Thüringen.


Bis 1952 gehörte Mittelhausen zum Landkreis Weimar, also Thüringen.

 

Nach der Gebietsreform von 1952 war Mittelhausen dem Bezirk Halle zugeordnet und letztlich seit der Wiedereinführung der Länderstrukturen 1990 dem Land Sachsen-Anhalt. Ende 1940, Anfang 1950 entstand hinter dem Dorfe die Siedlerstraße mit einer Reihe Neubauernhäuser, die erste wirkliche Erweiterung des Dorfes über den eigentlichen Kern hinaus.

 

Von 1975 bis 1999 entstanden weitere Einfamilienhäuser sowie 2 Wohnblöcke, die Arbeitskräfte für die Landwirtschaft bringen sollten.

 

Heute zählt die Ortschaft 647 Einwohner, davon 186 im Ortsteil Einsdorf lebend. Zur Infrastruktur der Gemeinde gehören nicht nur eine von der Gemeinde unterhaltene Zentrale Trinkwasserversorgungsanlage und eine gut ausgebaute Ortskanalisation, sondern auch eine Kindertagesstätte, die von der Krippe bis zum Hort den Kindern ein wertvolles pädagogisches Umfeld bietet. Sowie ein gepflegter Sportplatz mit Sportlerheim und eine Gaststätte mit Saal (Fassungsvermögen ca. 150 Sitzplätze). Das Ortsleben wird bereichert durch viele ehrenamtlich Engagierte bei der Freiwilligen Feuerwehr Mittelhausen. Die sich ebenfalls sehr für die Nachwuchsförderung einsetzt.

 

Somit können aktive und erfolgreiche Teilnahmen der Jugendfeuerwehr an Wettkämpfen verzeichnet werden. Des weiteren gibt es zwei sehr engagierten Heimatvereine in Mittelhausen und Einsdorf. Getroffen wird sich zur Brauchtumspflege im Heimathaus, oder und im Dorfgemeinschaftshaus. Ein Seniorentreff bietet Abwechslung bei geselligen Nachmittagen oder auch Vorträgen. Durch den Kirchenchor Mittelhausen, erfährt die Gemeinde Auftritte zu kirchlichen Gedenktagen und Orgelkonzerten.

 

An Baudenkmälern in der Gemeinde sind besonders hervorzuheben:

  • Uhrturm (im Sprachgebrauch Seigerturm genannt) erbaut anno 1569, den 11. Juli nachweislich durch eine Steininschrift in 1,20 m Höhe erweitert und beendet wurde der Bau 1733

  • Kirche Einsdorf – 1906 im neugotischen Stil erbaut

  • Kirche Mittelhausen – das älteste Bauwerk mit fast 800 Jahren, Fachleute datierten den Bau auf 1200, ist der Kirchturm; das Kirchenschiff wurde um 1402 angebaut, welches aber abgerissen und 1815 neu erbaut wurde, im Innenraum Darstellung der Weihnachtsgeschichte durch Glasmalerei in gotischer Manier

 

Erwähnenswert wäre noch der Aufenthalt von Johannes Andreas Zöllner, der am 15.08.1790 das Schulamt in Mittelhausen erhielt und dort verstarb. Eine Gedenktafel am Schenkplatz erinnert heute noch an den Aufenthalt des berühmten Liedermachers in Mittelhausen.

Einsdorf

Einsdorf und Mittelhausen bilden eine Ortschaft. Es liegt malerisch an der Rohne, die sich südlich des Ortes in Richtung Allstedt schlängelt. Gemeinsam mit dem benachbarten Mittelhausen war Einsdorf bis in die 1990er-Jahre stark von der Landwirtschaft geprägt. 1952 gründeten 14 Einzelbauern die erste LPG mit 66 Hektar Land, eine Entwicklung, die bis 1960 zur Kollektivierung aller landwirtschaftlichen Betriebe führte. Mit dem Zusammenbruch der DDR wurde die LPG 1991 aufgelöst, was viele Arbeitsplätze im Ort betraf.

 

Ein prägendes Bauwerk des Ortes ist die 1906 im neugotischen Stil errichtete Kirche von Einsdorf. Sie gilt als Wahrzeichen des kleinen Ortes und zeugt von der religiösen und kulturellen Bedeutung der Region. Südlich des Dorfes erstrecken sich Felder und Wiesen entlang der Rohne, die den ländlichen Charakter Einsdorfs bis heute bewahren.

 

In seiner langen Geschichte war Einsdorf, wie auch Mittelhausen, Teil wechselnder Herrschaftsgebiete, darunter die Edelherrschaft Querfurt und später das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Seit der Gebietsreform von 1952 gehört Einsdorf, nach einer Phase im Bezirk Halle, seit 1990 zum Land Sachsen-Anhalt.

Niederröblingen

Niederröblingen liegt, umgeben von Feldern, Äckern und Streuobstwiesen, an der Helme.

Urkundlich wurde der Ort erstmals im Jahre 991 n.Chr. durch Otto III. erwähnt.

Eine frühere Besiedlung (4.000-2.500 v.Chr.) konnte im Rahmen des Autobahnbaus der A 71 nachgewiesen werden. Hierbei wurden im Rahmen archäologischer Ausgrabungen der Niederröblinger „Tell“ entdeckt, eine frühgeschichtliche Siedlung, in der neben vielen Skeletten auch Tongefäße, Bernsteinschmuck, Brunnen und Werkzeuge aus allen Epochen der frühen Zeitgeschichte gefunden wurden.

 

Aus allen vier Himmelsrichtungen ist der 36 m hohe Kirchturm der Peter-und-Pauls-Kirche zu sehen, welche im Jahre 1300 an das schon länger stehende Kirchenschiff angebaut wurde. Die Kirche erhielt im Jahre 2001 eine innere Sanierung, welche durch die Dorfbevölkerung in Eigeninitiative durchgeführt wurde. Zusammen mit zwei alten Friedenslinden, wovon eine 1648 gepflanzt wurde, bildet das kirchliche Areal den Mittelpunkt des Ortes.

 

Anfang der 50-iger Jahre veränderte sich das Ortsbild durch den Bau einer Schachtanlage. Hier wurde bis 1990 Kupferschiefer abgebaut. Die weithin sichtbare Abraumhalde erinnert noch an diese Zeit.

 

Der Sportverein, SV Eintracht Niederröblingen, konnte im Jahre 2020 auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken. Auf den idyllisch gelegenen, von Streuobstwiesen umrahmten Sportplatz, sind die besten Bedingungen für Freizeit, Sport und Erholung geschaffen worden.

 

Der Kultur- und Traditionsverein kümmert sich um das kulturelle Leben im Ort. Die jährlichen Höhepunkte, wie Fasching Pfingsten, Kirmes, Drachenfest und Blütenwanderung, werden von den Mitgliedern organisiert. Die Heimstätte des Vereins bildet das von 2007- 2009 renovierte Dorfgemeinschaftshaus. Die darin befindlichen zwei Tanzsäle werden für Veranstaltungen, Familienfeiern und anderen Events genutzt.

 

Auf Grund der günstigen Verkehrslage und dem viel genutzten angrenzenden Radwanderweg, bestehen gute Verbindungen zu vielen touristischen Zielen in der Umgebung.


Außerdem besteht die Möglichkeit per Kanu die Natur entlang der Helme bis zur Mündung in die Unstrut zu erkunden.

Nienstedt

Wenige Kilometer nördlich von der alten kaiserlichen Pfalz Allstedt, anmutig in einem langgestreckten Tale liegt in verborgener Stille der Ort Nienstedt.

 

Der Ortsname, abgeleitet von „Neue Stätte“, wurde erstmals 899 als „Ninstat“ erwähnt und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Im Jahr 1400 ist Nienstedt als Pfarrkirchdorf „Neynstede“ in Urkunden zu finden. Der Ort gehörte einst zur Grafschaft Mansfeld, wechselte später zum Kurfürstentum Sachsen und fiel 1815 an Preußen.
 

Nienstedt war einst ein Marktflecken, wo bis ins 16. Jahrhundert Jahrmärkte stattfanden. Ein historischer Stein im Dorf, der sogenannte Fischstein, erinnert an die Zeiten, als hier Fischfrauen ihre Ware feilboten.

 

Eine bekannte Anekdote erzählt, dass der Schelm Till Eulenspiegel die Nienstedter überlistete, indem er ihnen vorgaukelte, Pelze mit Milch waschen zu können – woraufhin die verdorbenen Felle übrigblieben. Seitdem tragen die Bewohner den Spitznamen „Pelzkocher“, der heute von einem ortsansässigen Verein mit Stolz getragen wird.

Einzingen

Einzingen ist bekannt als „Erdachse“ – eine Bezeichnung, die auf eine humorvolle Legende zurückgeht. Der kleine, geschichtsträchtige Ort wurde erstmals 835 urkundlich erwähnt und war für seine Wehrkirche bekannt. Diese auf einem Berg gelegene Kirche war in vergangenen Zeiten, insbesondere während kriegerischer Auseinandersetzungen, sowohl ein geistlicher als auch ein sicherer Zufluchtsort. Der noch heute sichtbare Wall um die Kirche zeugt von ihrer einstigen Wehrhaftigkeit.

 

Einzingen war ein freies Bauerndorf ohne Rittergut oder Kirchenpatron. Stattdessen unterstand es direkt der kursächsischen Verwaltung. Nach wechselvollen Jahrhunderten und zeitweiser Verbindung mit Niederröblingen erhielt die Kirche 1985 eine umfassende Renovierung. Sie wurde im barocken Stil des Jahres 1732 originalgetreu wiederhergestellt.

Pölsfeld

Östlich der Straße zwischen Obersdorf und Wippra liegt in einem breiten Tal das Dorf Pölsfeld, ein beschaulicher Ort in reizvoller Umgebung.
 

Von Pölsfeld im Osten bis Osterode im Westen, erstreckt sich das Biosphärenreservat Karstlandschaften Südharz. Der Karstwanderweg erschließt das Karstgebiet in Pölsfeld über die Heimkehle bei Uftrungen bis Osterrode in Niedersachsen. Die für Natur- und Wanderfreunde gibt es in und um Pölsfeld genügend zu entdecken.

 

Funde aus der Steinzeit beweisen, dass diese Gegend schon sehr früh besiedelt war. Pölsfeld wurde zum ersten Mal im Jahr 899 urkundlich im Hersfelder Zehntregister unter den Namen Bullisfeld-Feld am Wasser, denn Bullis deutet auf feuchten Boden hin, erwähnt. Der Name veränderte sich vielfach bis zur heutigen Schreibweise. In der Folgezeit vergrößerte sich die Siedlung. Nach den gegebenen Möglichkeiten wurden Land- und Viehwirtschaft betrieben. Die Höfe waren teils „Denen von Morungen“ und teils dem „Amt Sangerhausen“ zinsverpflichtet. Beide übten auch die Gerichtsbarkeit aus. Um 1500 hatte der Ort 52 Häuser mit 280 Einwohnern.

 

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Pölsfeld fast völlig zerstört. Im Pestjahr 1626 starben 168 Personen. Erst 1770 wohnten wieder 300 Menschen in Pölsfeld. Der Haupterwerbszweig bleibt die Landwirtschaft, daneben auch die Waldarbeit.

 

Von 1614 bis 1850 bestand Oberförsterei in der Dorfmitte im sogenannten Wildshof. Durch sie entfaltete sich in dem sonst so stillen Dörfchen reges Leben, besonders als Herzog Christian von Sachsen-Weißenfels 1713-1736 seine Residenz in Sangerhausen aufschlug. Er weilte oft zur Jagd in Pölsfeld. Von 1904-2003 gab es eine Revierförsterei im neuen Pölsfelder Forsthaus. Da natürlich von Pölsfeld das Kupferflöz ausläuft, wurde schon im Mittelalter und später um 1920 etwas Kupferbergbau in geringer Tiefe betrieben.

 

Die Kirche im Ort wird erstmalig 1535 in einem Verzeichnis genannt. In der heutigen Form sind Turm und Schiff von 1777 bis 1779 gebaut worden. Bekannt ist die Kirche durch ihre Hildebrandt-Orgel. Eine Schule besitzt Pölsfeld seit 1690. 1828 wurde das Schulhaus erneuert und 1911 erweitert, wie es heute noch steht. Der Schulbetrieb wurde 1990 eingestellt.
 

Das kulturelle Leben wird vom „Karnevalclub Pölsfeld“, der Sportgemeinschaft „Kickers 66 Gonnatal“, dem „Schützenverein Pölsfeld“, dem „Kaninchenzuchtverein“, der Feuerwehr, sowie dem Kirchspiel „Gonna – Leinetal“ und der Ortsgruppe der Volkssolidarität mitgestaltet. Weiterhin bereichert der gegründete Heimatverein das Leben in dem beschaulichen Ortsteil.

Sotterhausen

Als das Kloster Hersfeld gegründet wurde, stattete Karl der Große es mit reichlich Besitz aus. Zu seinen Geschenken gehörte u. a. das Friesenfeld im Hassegau, zu dem auch Sotterhausen gehörte. Die Bauern mussten daraufhin jährlich das Zehntel ihres Ertrages an das Kloster abführen. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem sogenannten Zehntverzeichnis dieses Klosters, dass um 899 verfasst wurde. Darin wird der Ort an 13. Stelle als Suderhusa genannt.

 

Die Gründung des Ortes geht vermutlich auf die Hessen zurück, die nach der Zerschlagung des Thüringer Königreiches im Jahr 531 in das Gebiet einwanderten. Die Endung -hausen heißt so viel wie Wohnsitz, Häuser. Die Vorsilbe Suder ist eine geografische Lagebeschreibung der Siedlung und wird als „die südlichen“, aber auch als „die salzhaltige Quelle“ gedeutet. Sotterhausen könnte daher mit „die südlichen Häuser“ (südlich des Westerbaches) oder „die Häuser an der Salzquelle“ übersetzt werden.

 

Der Ort weist noch heute typische Merkmale eines Haufendorfes auf. Sotterhausen gehört seit dem Spätmittelalter zum Amt Beyernaumburg und unterstand dessen Gerichtsbarkeit sowie größtenteils auch dessen Dienst-, Lehens- und Zinsherrschaft. Das Kloster Kaltenborn hatte in Sotterhausen ebenfalls Grundbesitz und Lehensansprüche. Darüber hinaus übte es das Patronat über Kirche, Pfarre und Schule aus. Nach 1539 fielen die Besitzungen und Rechte des Klosters an das Amt Sangerhausen, also an den Landesherrn.

 

Die Kirche ist dem heiligen Georg geweiht, der auch Schutzpatron der Grafschaft Mansfeld war. Der erste Kirchenbau stand einst am westlichen Dorfausgang und war eine einfache Kapelle. Die jetzige Kirche wurde 1557 erbaut. Der Kanzelaltar enthält Teile eines Schnitzaltares aus dem 16. Jahrhundert und ist mit einem hölzernen Kruzifix bekrönt. Rechts und links des Kanzelkorbes steht zur einen Seite die heilige Katharina und zur anderen die heilige Margaretha. Der achtseitige Taufstein aus der Zeit um 1667 ist wahrscheinlich einem alten romanischen nachempfunden worden und enthält an den sichtbaren Seitenflächen Motive romanischer Blumen, Rosetten und das Bildnis eines Stieres.

 

Das Orgelspiel der Kirche wurde 1730 von Zacharias Hildebrandt, einem Schüler Gottfried Silbermanns erbaut. Der Kirchturm stürzte in den Jahrhunderten mehrfach ein. Jetzt steht ein Glockenhaus neben der Kirche.

Aus dem einstigen Pfarrgut ging im 16. Jahrhundert ein Freigut hervor. Am 21. Februar 1737 wurde dort der spätere Feldmarschall Friedrich Adolf Graf von Kalckreuth geboren. Im 19. Jahrhundert wurde aus dem Freigut eine Gastwirtschaft, die den Namen „Zum Kronprinzen“ führte. Im 19. Jahrhundert waren alle Berufsgruppen im Ort vertreten, die für eine gut funktionierende Wirtschaft und für ein Leben auf dem Dorf benötigt wurden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Ort sogar eine eigene Molkerei.

Winkel

Der Ortsteil Winkel befindet sich im südöstlichen Teil der Einheitsgemeinde Allstedt, am Rande eines Mischwaldgürtels. Der Ort trägt einen typischen ländlichen Charakter.


Der Ortsteil Winkel wird zum 1. Mal in der Geschichte bei der Aufzählung von 239 Ortschaften im Friesenfelde und Hessengau genannt. Das beweist, dass der Ort weit über 1.000 Jahre alt ist. Die Wohnhäuser gruppieren sich um die im Zentrum angelegte Kirche, was für ein sogenanntes Haufendorf typisch ist.


Markante Gebäude sind die Kirche, die 1498 gebaut wurde, die Pfarrei von 1727 und das Schulhaus von 1870. Außerdem besitzt Winkel viele alte Bauerngehöfte, die zur Straßenseite eine geschlossene Front bilden, was für die hiesigen Orte charakteristisch ist.


Sehr gut erhaltene alte Fachwerkhäuser zeugen ebenfalls von der langjährigen Geschichte des Ortes. Der nahe gelegene Wald und die sanften Hügel der umliegenden Landschaft laden so manchen Naturfreund zum Spaziergang ein.

Wolferstedt mit Klosternaundorf

Der Ort liegt im idyllischen Rohnetal und blickt auf eine mehr als tausendjährige Entwicklung zurück. Wolferstedt entstand im Laufe der Zeit aus mehreren kleinen Siedlungen und Dörfern, darunter Gerburgoburg, Hornun, Kragendorf, Naundorf, Westerhausen, Wolferstedte und Klosternaundorf.

 

Klosternaundorf ist ein geschichtsträchtiger Ortsteil mit bedeutender historischer Vergangenheit. Der Name leitet sich von einem ehemaligen Kloster ab, das hier im Mittelalter bestand und die Entwicklung der Region prägte. Archäologische Funde aus der Umgebung, wie Facettenäxte, Steinbeile und Keramik aus der Jungsteinzeit, zeugen von einer frühen Besiedlung. Diese Fundstücke wurden sowohl in der Wolferstedter als auch in der Klosternaundorfer Flur entdeckt.


Wolferstedt selbst könnte zwischen 200 und 300 n. Chr. durch die Hermunduren angelegt worden sein. Die erste urkundliche Erwähnung Wolferstedts stammt vom

4. Oktober 991. Besonders sehenswert ist das romanische Portal an der Südwand der Veitskirche, das um 1180 entstanden ist.

Heute verfügt Wolferstedt über einen Sportplatz und eine Sporthalle. Ein aktives Vereinsleben bietet vielfältige Möglichkeiten im kulturellen und sportlichen Bereich.